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DANN HEUL DOCH!

By Regina | 02 July 2018

Da wach’ ich auf und muß direkt heulen. Geht’s noch? Am paradisischen Strand vom Lake Malawi, die friedlich schlafenden Kinder im Arm, in der Mitte unseres Sabbaticals angekommen – was gibt’s da zu heulen?

Wenn man aus seinem gewohnten Leben so aussteigt, steht man oft auf wackeligem Terrain. Aber das wollten wir ja auch – neu fühlen, sehen, denken. Den Horizont erweitern, unvergessliche Momente anhäufen, als Familie ganz neu zusammenwachsen.

Und das passiert auch alles – und noch mehr.

Gleichzeitig gerät aber die Identifikation, die man sich so erarbeitet hat, ins Wanken.

Mein berufliches und soziales Dasein vermisst sein Spieglein und wird panisch, weil sich plötzlich so eine Bedeutungslosigkeit einschleicht.

Oder ist es eher das ungewohnte Gefühl der Leere, die Platz macht für was Neues, das noch wachsen muss oder für verdrängtes Altes, das aus seinem Dornröschen Schlaf aufwachen kann? Wohl beides.

Wahrscheinlich hilft auch nicht wirklich, dass der 50te Geburtstag näher rückt und wohlmöglich die Hormone diese leicht destruktive Verfassung triggern.

Aber während ich das so schreibe, höre ich auch diese andere Stimme in mir, die völlig peace-ig und gutgelaunt die Heul-Regina in den Arm nimmt und sie wieder daran erinnert, dass Glück und Leiden zusammen gehört und sich bedingt.

Aber verständlich, dass diese Reise anständig was mit uns macht. Wir sehen unser privilegiertes Leben so klar vor uns. Oft voller Scham aber auch mit ganz neuer Wertschätzung.

Die Einfachheit und nicht vorhandene Überhäufung von Dingen, Lebensmitteln und Entertainment die wir erleben und mitleben und die Verbundenheit zur Natur, der Fokus auf Familie und harmonischem Tagesablauf, die Zufriedenheit mit dem Gegebenen, bringt uns zum Umdenken.

Ja also kein Wunder, wenn da beim Bergfest geheult wird– wie sollen wir das denn auch in unser altes Leben einarbeiten?

 

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