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IM MOMENT

By Regina | 12 Octorber 2018

Und wieder sitzen wir im Auto und fahren. Auf dem Weg zu Grenze Nummer 9.

Auch hier in Botswana gibt es nicht viel Verkehr. Aber nichts gegen Malawi. Da haben wir wirklich so gut wie keine Auto’s gesehen. Mal ein anderer Overlander oder ein verrockter Truck.

Ansonsten nur Fahrräder. Für alles.

Das Fahrrad-Taxi: Mit liebevoll gepolsterten und Fransen oder Bömmeln versehenen Gepackträgern.

Der Fahrrad-Tiertransport: Geflochtene Körbe voll mit gackernden Hühnern oder vermutlich meditierenden Ziegen in Liegeposition vorne und hinten angebunden.

Der Fahrrad-Truck: Bis zu 37 große Wasserkanister aneinander geschnallt und draufgeschichtet oder Holz in besorgniserregenden Höhen gestapelt.

Gute Balance und anständige Beinmuskulatur voll am Start.

Und dann reihen sich am Wegesrand die kleinen, aus Ästen und Stämmen gedängelten Stände aneinander mit nach Farbe und Größe geordneten Tomaten und gestapelten Zwiebeln. Alles organic, kein Verpackungsmüll, saubere Luft, viel Bewegung. So sollte es doch eigentlich sein. So sollte man doch eigentlich leben. Auch mit so viel echter Demut, Freundlichkeit und Zufriedenheit.

Das trage ich im Herzen, während ich so aus dem Fenster gucke und fast Angst verspüre ob dem Wissen, dass wir auf dem Heimweg sind. Wie wird es sich anfühlen, wenn ich das nächste mal in Kapstadt im Stau stehe?

Denn langsam aber sicher kommt die alte Welt näher. Engen Tankstellen mit gutsortierten Quickshops, besitzanspruchverkündende Zäune, schlaglochfreie Straßen und Cafe Latte. Aber auch mal ein Elefant am Straßenrand.

Viele kleine, feine, neue Synapsen haben wir aktiviert, neue Werte geformt und alte überarbeitet. Die permanente Verbindung zur Natur, das ständige draußen Leben, die Nähe zu wilden Tieren, deren Energie man wirklich spürt, die Einfachheit und Langsamkeit hat unsere Sinne geschärft.

Packender und spannender als jede Netflix Serie sind dutzende Elefanten, die in 8 Meter Abstand vorbeiziehen auf dem Weg zu dem vor uns liegenden Wasserloch. Mit geräuschloser, weicher Präsenz berührt uns diese kraftvolle Ruhe und breitet sich in uns aus.

Mehr im Moment sein kann man wohl nicht.

 

 

 

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